NEUES AUS DEM
BERUFSBILDUNGSZENTRUM EUSKIRCHEN

NRW-Arbeitsminister Laumann zu Besuch im BZE

 
 
Jochen Kupp lädt lokale Politiker, Vertreter der Agentur für Arbeit und des Jobcenters zur Diskussionsrunde über laufende Arbeitsmarktprojekte ein und stellt Pilotprojekt vor
 
Dank Unterstützung der Landtagsabgeordneten Dr. Ralf Nolten und Klaus Voussem konnte der Besuch von Arbeitsminister Karl-Josef Laumann im BZE festgezurrt werden. Schließlich gab es für Jochen Kupp reichlich Gesprächsbedarf zu aktuellen Arbeitsmarktprojekten und den damit verbundenen Problemen und Risiken für eine Bildungseinrichtung wie das BZE, das im ländlichen Bereich angesiedelt ist.

Mit dem Programm BaE (Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen), so Jochen Kupp, habe man in den vergangenen 20 Jahren erfolgreich benachteiligte Jugendliche (z.B. Ausbildungsabbrecher) durch fachpraktische und fachtheoretische Unterweisung, aber auch durch intensive Unterstützung von sozialpädagogischen Fachkräften in Handwerksberufen ausbilden und in den ersten Arbeitsmarkt integrieren können. Insbesondere das gezielte Eingehen auf die individuellen Voraussetzungen und Hemmnisse der schwierigen Jugendlichen könne ein Ausbildungsbetrieb selten leisten. Zu seinem Bedauern laufe das Projekt nun aus. Gerne wäre das BZE bereit, die Maßnahme unabhängig der Teilnehmerzahl wieder aufzunehmen. Dies scheitere aber an der vom REZ (Regionales Einkaufszentrum) der Agentur für Arbeit überregional vorgegebenen Mindestteilnehmerzahl von 12 Auszubildenden, die der Kreis in dieser Höhe nicht bedienen könne. Hier äußerte Herr Minister Laumann ebenfalls sein Unverständnis, Fördergelder zu verweigern, die die ländlichen Gegebenheiten im Vergleich zu Großstädten nicht berücksichtigten.

Gleichzeitig nutzte Herr Kupp die Gelegenheit, Herrn Minister Laumann das Pilotprojekt „Flüchtlinge in Ausbildung“ (ähnlich dem BaE-Programm) vorzustellen. Oftmals scheitere die Ausbildung von Flüchtlingen an der sprachlichen Barriere. Diese hätten vielfach das Problem, sprachlich den Unterrichtsinhalten in der Berufsschule zu folgen oder bei Prüfungen Aufgabenstellungen in der vorgegebenen Zeit zu übersetzen. Fast 90 % aller in Ausbildung befindlichen Flüchtlinge hätten demzufolge keine Chance, die Ausbildung abzuschließen. In einer speziellen BaE-Maßnahme integrativ für Flüchtlinge könne man gezielt auf das Problem eingehen, erörtert Herr Kupp, ausländische Jugendliche befänden sich in einem geschützten Raum und würden durch erfahrene Sozialpädagogen/-pädagoginnen begleitet.
Herr Minister Laumann zeigt sich gegenüber dem Pilotprojekt zunächst kritisch, Werkzeuge zur sprachlichen Unterstützung wie bspw. abH (ausbildungsbegleitende Hilfen) gäbe es bereits und müssten intensiver genutzt werden.

Auch wenn man nicht in allem übereinstimme, resümierte Jochen Kupp zum Ende der Gesprächsrunde, so verfolge man doch dasselbe Ziel: „möglichst viele Menschen für eine möglichst lange Zeit auf den Arbeitsmarkt unterbringen“.
 
     

 

   

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